Grundlagen der Budgeterstellung

Im Unterschied zu einem einfachen Haushaltsbuch, in dem du nur deine Einnahmen und Ausgaben aufzeichnest, legst du in einem Budgetplan vorab fest, wie viel Geld du für unterschiedliche Kategorien von Ausgaben ausgeben willst. Dies tust du basierend auf dem Geld, das dir in einem Monat zur Verfügung steht, deinem gesamten Nettoeinkommen.

Die Berechnung deines Budgets ist dabei einfach, da du alle deine Ausgaben von deinen Einnahmen abziehen musst.

Wenn du gut geplant hast, ist dein Ergebnis null, oder du hast sogar noch Geld übrig.

Wenn nicht, hast du wahrscheinlich eine negative Zahl. 

Dies kann bedeuten, dass du bei der Berechnung Fehler gemacht hast, aber auch, dass dein Einkommen deine Ausgaben nicht decken kann, weshalb du möglicherweise am Monatsende immer wieder im Minus landest.

Auf den ersten Blick sieht das vielleicht negativ aus. Doch das ist es ganz und gar nicht. Vielmehr ist es deine Chance, deine Ausgaben kennenzulernen, um Möglichkeiten zu finden, diese zu kürzen und auch mehr Geld zu verdienen, um aus dem Schuldenzyklus herauszukommen.

Das macht einen Budgetplan zu einem großartigen Werkzeug, im Vergleich zu einem einfachen Haushaltsbuch. Dies ist es auch, was wir in den folgenden Lektionen gemeinsam lernen werden.

Hier sind die grundlegenden Schritte zur Erstellung eines erfolgreichen Budgets:

  1. Einkommen identifizieren: Liste alle Einnahmequellen auf, einschließlich Gehalt, Nebeneinkünfte, Unterstützung oder andere finanzielle Zuflüsse.
  2. Ausgaben kategorisieren: Teile deine Ausgaben in verschiedene Kategorien auf, z. B. Miete, Lebensmittel, Transport, Versicherungen, Schuldenrückzahlung und persönliche Ausgaben.
  3. Festlegen von Zielen: Definiere kurz- und langfristige finanzielle Ziele. Dies könnten Schuldenabbau, Notfallfonds, Sparziele oder Investitionen sein.
  4. Berechnung der monatlichen Ausgaben: Ermittle die durchschnittlichen monatlichen Ausgaben für jede Kategorie. Nutze dafür Kontoauszüge, Rechnungen und Quittungen.
  5. Erlaubte Ausgaben festlegen: Setze realistische und nachhaltige Budgetziele für jede Ausgabenkategorie. Beachte dabei auch mögliche saisonale Schwankungen.
  6. Einsparungsmöglichkeiten identifizieren: Schau dir jede Ausgabenkategorie an und überlege, wo Einsparungen möglich sind. Dies könnte Verhandlungen mit Dienstleistern oder bewussteres Einkaufen einschließen.
  7. Notfallfonds einplanen: Reserviere einen Teil deines Budgets für einen Notfallfonds. Dieser fungiert als Sicherheitsnetz für unvorhergesehene Ausgaben oder Einkommenseinbußen.
  8. Umsetzung und Überwachung: Implementiere dein Budget und überwache regelmäßig deine Ausgaben im Vergleich zu den festgelegten Zielen. Passe das Budget bei Bedarf an.
  9. Prioritäten setzen: Identifiziere die wichtigsten Ausgabenkategorien und lege fest, welche Ziele in finanziellen Engpässen Priorität haben.
  10. Finanzplanung für die Zukunft: Plane langfristig, indem du Sparziele, Investitionen und Altersvorsorge in dein Budget integrierst.
  11. Zusätzlicher Tipp: Berücksichtige bei der Budgeterstellung die Bedeutung von Flexibilität. Das Leben ist dynamisch, und dein Budget sollte sich an neue Lebensphasen, Herausforderungen oder Chancen anpassen können.

Indem wir gemeinsam die Grundlagen der Budgeterstellung erkunden und anpassen, schaffen wir einen auf dich zugeschnittenen finanziellen Fahrplan, der nicht nur deine Ziele unterstützt, sondern auch einen gesunden und nachhaltigen Umgang mit Geld fördert.

Verschiedene Arten, dein Budget zu erstellen.

Natürlich gibt es verschiedene Möglichkeiten, dein Geld zu budgetieren, und dabei gibt es keinen richtigen oder falschen Weg. Der Schlüssel ist, dass es für dich funktionieren muss.

Hier sind drei gängige Möglichkeiten, ein Budget zu erstellen, die ich dir vorstellen möchte:

  1. Nullbasiertes Budget: Das nullbasierte Budget weist jedem verdienten Cent eine Aufgabe zu, sodass am Monatsende kein Restbetrag übrig bleibt. Dieser Ansatz ist ideal für dich, wenn du Wert auf Genauigkeit und detaillierte Kontrolle über deine Ausgaben legst. Es ermöglicht ein tiefes Verständnis und Tracking jeder einzelnen Ausgabeposition.
  2. 50/30/20-Regel: Diese Regel teilt das Einkommen in 50 % für Bedürfnisse, 30 % für Wünsche und 20 % für finanzielle Ziele auf. Die 50/30/20-Regel bietet eine ausgewogene Herangehensweise, die Flexibilität mit klaren Sparzielen kombiniert. Sie eignet sich für dich, wenn du eine einfache Struktur und einen Überblick über deine Finanzen wünschst.
  3. 30/30/30/10-Regel: Bei dieser Regel gehen 30 % an Wohnkosten, 30 % an Lebenshaltungskosten, 30 % an finanzielle Ziele und 10 % an persönliche Belohnungen oder Flexibilität. Die 30/30/30/10-Regel ist besonders geeignet für dich, wenn du klare Kategorien für deine Ausgaben bevorzugst. Es bietet eine strukturierte Herangehensweise, mit Raum für persönliche Freude.

Aber ich möchte dich an dieser Stelle nicht mit den verschiedenen Arten der Budgetierung durcheinanderbringen. Ich wollte dir nur einen kurzen Überblick darüber geben, dass es sie gibt.

In diesem Kurs konzentrieren wir uns auf das nullbasierte Budget, da dies die Art von Budget ist, das ich persönlich verwende und Grundlage für den Budgetplaner von Clever Finance Girls bildet.

→ Deine Aufgaben:

  1. Notfallfondsplanung: Überlege, wie du einen Notfallfonds schrittweise aufbauen könntest, ohne einen detaillierten Budgetplan zu erstellen. Betrachte dies als eine langfristige Strategie.
  2. Persönliche Budgetansätze: Denke über mögliche Ansätze für ein individuelles Budget nach, ohne ein Budget zu erstellen. Wie könntest du grundsätzlich deine Finanzen kategorisieren, auch wenn es nur in deinem Kopf ist?
  3. Teilnahme an Diskussionen: Beteilige dich aktiv an Diskussionen im Kursforum. Teile deine Gedanken über die Budgetgrundlagen und wie du sie auf deine eigene finanzielle Situation anwendest.
  4. Stelle deine Fragen: Stelle konkrete Fragen zu spezifischen Aspekten der Budgeterstellung. Erhalte individuelle Ratschläge und Tipps, wie du die Grundlagen an deine Bedürfnisse anpassen kannst.

→ Download – Arbeitsblatt